Als um 1950 der Waisenjunge Max vom Pfarrer auf den Hof der Bösigers geschickt wird, hofft der Junge auf ein Leben in einer echten Familie. Doch die Realität holt ihn schnell ein: der saufende Bauer und dessen Frau nutzen Max als Arbeitstier und auch Bauerssohn Sohn Jakob sieht ihn nicht als Bruder, sondern als Arbeitskraft und Prügelknaben. Da die Lehrerin Spuren der Misshandlungen entdeckt, bietet sie ihm eine Zuflucht: die Musik. Max erlernt das Handorgelspiel und erweist sich als musikalisches Talent. Sein Auftritt beim Dorffest sorgt allerdings für Neid und Missgunst und erschwert das Leben auf dem Hof noch weiter. Nur die die 15-jährige Berteli, die ebenfalls an die Bösigers verdingt wurde, weiß Max zu trösten – zumindest bis der bittere Alltag wieder gnadenlos Einkehr hält ...

Ähnlich wie Jo Baier mit "Schwabenkinder" – hier ging es um das Schicksal von Kindern, die aus Armut in die Schweiz verkauft wurden – schildert Markus Imboden ein finsteres Kapitel Schweizer Geschichte. Denn die sogenannten Verdingkinder, mehrere hunderttausend Waisen, Scheidungs- und unehelich geborene Kinder, wurden zwischen 1800 und 1950 von den Behörden aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und den Bauern als sklavenähnliche Arbeitskräfte angeboten. Mit starken Bildern und gut aufspielenden Darstellern nahm sich Imboden des traurigen Kapitels an, dass auch hochdeutsch synchronisiert wurde.



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