Im Nachkriegsdeutschland verliebt sich der Schüler Michael in die wesentlich ältere Straßenbahnschaffnerin Hanna. Die reife, rätselhafte Frau gibt schließlich dem pubertär anmutenden Drängen des Schülers nach, belohnt ihn aber erst mit Sex, nachdem er ihr aus irgendwelchen Büchern vorgelesen hat. Doch eines Tages ist Hanna wie vom Erdboden verschluckt. Erst Jahre später trifft Michael seine erste große Liebe wieder: Als Jurastudent beobachtet er einen Prozess gegen KZ-Aufseherinnen – und auf der Anklagebank sitzt auch Hanna ...

Regisseur Stephen Daldry ("The Hours", "Billy Elliot - I Will Dance") nahm sich hier des Bestsellers von Bernhard Schlink an und verfilmte die ergreifende Geschichte um eine unmögliche Liebe mit internationalen Geldern hauptsächlich in Deutschland. Vor allem Dank der zu Recht mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichneten Kate Winslet gelang Daldry ein intensives Drama. Allerdings gibt es auch ein paar störende Elemente: Wenn etwa Schüler Anfang der Fünfzigerjahre den Mittelfinger zeigen und "Fick dich!" dabei sagen, ist dies schlichtweg dämlich, da beides zu der Zeit nicht denkbar gewesen ist. Aber das bleibt zum Glück nur eine kleine Unstimmigkeit am Rande.



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