Irgendwo in den Weiten Russlands verbringen Vater und Sohn die Nacht in einem Kanalisationsrohr. Die beiden sind auf dem Weg zu der Schwester des mittellosen Vaters, der einst einen gutdotierten Posten als Ingenieur in Moskau hatte. Doch der Tod seiner Frau hat den Mann vollkommen aus der Bahn geworfen - er begann zu trinken. Nun hofft er zusammen mit seinem Sohn in Koktebel, der Stadt, in der die Schwester wohnt, einen Neuanfang wagen zu können. Aber der Weg dorthin ist lang...

In ruhiger, epischer Erzählweise mit langen Kameraeinstellungen inszenierte das Moskauer Regieduo Boris Chlebnikov und Alexei Popogrebsky hier ihr gemeinsames, vielfach preigekröntes Kinoregie-Debüt, die poetische und sensibel erzählte Geschichte einer ungewöhnlichen Vater-Sohn-Beziehung und gleichzeitig ein Roadmovie über das heutige ländliche Russland zwischen Armut, Aufbruch und Hoffnung. Die beiden erzählen ihre Geschichte aus der Perspektive des fast erwachsenen Sohnes, der die Lügen und Ausreden des Vaters und dessen Rückfall in alte, schlechte Gewohnheiten mit zunehmendem Sarkasmus kommentiert. Am Ende aber siegt die Hoffnung, der Vater erhält noch einmal eine Chance und der Junge sieht endlich das Meer, das für ihn gleichbedeutend ist mit Freiheit und einem Neuanfang.

Foto: Freunde d. dt. Kinemathek