Die Londoner Unterwelt hält den Atem an. Denn seit einiger Zeit treibt ein geheimnisvoller Hehler sein Spiel mit den Ganoven. Wer nicht auf seine halsabschneiderischen Angebote eingeht, den liefert er Scotland Yard ans Messer. Doch als der "Zinker" auch vor Mord nicht mehr zurückschreckt, steht er plötzlich selbst ganz oben auf der Fahndungsliste der Behörde ...

Ein Jahr vor dem Tod von Edgar Wallace, bis heute einer der erfolgreichsten englischen Kriminalautoren aller Zeiten, drehten Carl Lamac und Martin Fric diesen atmosphärisch dichten Schwarzweiß-Film nach dem 1927 erschienenen Roman "The Squeaker", den der Autor selbst bereits ein Jahr zuvor als britische Produktion in Szene gesetzt hatte. "Der Zinker", der Der Zinker mit Heinz Drache im Rahmen der bekannten Wallace-Reihe des Berliner Filmproduzenten Horst Wendlandt erneut verfilmt wurde, ist jedoch nur leidlich spannend, zu viel Zeit lassen sich Lamac und Fric, um die Story, die sie mit einigen komischen Elementen anreicherten, zu entwickeln. Im Jahr drauf drehte das Regie-Duo mit "Der Hexer" einen weiteren Kriminalfilm nach einer Wallace-Vorlage und 1934 produzierte es die Wallace-Adaption "Der Doppelgänger", die E. W. Emo in Szene setzte. Alle drei frühen Wallace-Adaptionen galten bis 2009 als nicht zugänglich, nicht abspielbar oder gar gänzlich verschollen. So war "Der Zinker" lediglich in einer stark beschädigten Sicherheitskopie in Prag erhalten. Im Bundesfilmarchiv in Berlin stieß man jedoch auf eine Nitrokopie in wesentlich besserem Zustand. Ausgehend von diesem Material wurde der Film 2009 mit Unterstützung der Max-Schmeling-Stiftung rekonstruiert, da der weltbekannte deutsche Boxer mit der Produzentin und Schauspielerin Anny Ondra verheiratet war, deren Firma den "Zinker" produziert hatte.

Foto: ZDF/Ondra-Lamac-Film/Hans G. Casparius