In einem Hamburger Vorort leben die Morells und Wagners, auch auch den zweiten Blick eher. Seit Jahren sind die Väter befreundet, arbeiten in der gleichen Firma, einem Vertrieb für schwedische Fertighäuser. Regelmäßige Doppelkopfpartien der Erwachsenen runden das Bild familiärer Geordnetheit ab. Was die Eltern nicht wissen: Zwischen ihren pubertierenden Söhnen besteht eine brutal-verzweifelte Feindschaft. Robert, der jüngere und kleinere, wird von Paul regelmäßig abgezogen. Eines Tages sieht sich Robert von seinem sadistischen Peiniger so sehr in die Enge getrieben, dass er ihn erschießt ...

Ein ausnahmslos gut gespielter, realitätsnaher Mix aus Drama und Psychothriller von Volker Einrauch ("Gangster") über eine Verzweiflungstat und die Vertuschungsversuche seitens der fassungslosen Eltern. Das gelungene Drehbuch lieferte Lothar Kurzawa, der hier einmal mehr zeigt, dass er zu Deutschlands besten Drehbuchautoren zählt. Das hatte er zuvor schon mit den Siegfried-Lenz-Adaptionen "Der Mann im Strom", "Das Feuerschiff" und "Die Auflehnung" (jeweils mit Jan Fedder) eindrucksvoll bewiesen. Regissuer Einrauch, Kurzawa und Regisseurin Hermine Huntgeburth gründeten bereits 1989 die Josefine Filmproduktion, die auch für dieses gelungene Drama verantwortlich zeichnete. Das Schauspieler-Ehepaar Christian Berkel und Andrea Sawatzki stand hier übrigens einmal mehr gemeinsam vor der Kamera, Berkel gibt des Vater des erschossenen Jungen, während Sawatzki die Mutter des Täters spielt.

Foto: NDR/Bernd Meiners