28. Juni 1914. Der österreichische Thronfolger und seine Gemahlin fallen in Sarajevo einem Attentat zum Opfer. Noch ahnt Josef Schwejk, Hundehändler in Prag, nicht, dass dieser Tag von weltgeschichtlicher Bedeutung auch sein Leben verändern wird. Er besucht sein Stammlokal "Zum Kelch", um ein Schwarzbier zu trinken. Doch inzwischen ist der gesamte Polizeiapparat, insbesondere die Geheimpolizei, auf den Beinen, um verdächtige Elemente zu verhaften. "Unauffällig" ins Gespräch gezogen und ausgefragt, landen auch Schwejk und der Gastwirt Palivec im Gefängnis und werden wegen Majestätsbeleidigung, Billigung des Attentats, Verächtlichmachung der Staatstrauer sowie Aufruf zur Meuterei angeklagt und verurteilt. Ins Irrenhaus eingesperrt wird Schwejk jedoch wegen völliger Idiotie wieder entlassen. Als er sich schließlich zum Militärdienst meldet, löst er gleich neues Chaos aus. Er wird zum Simulanten gestempelt ...

Mit seinem "braven Soldaten" Josef Schwejk schuf der tschechische Dichter Jaroslav Hašek (1883-1923) eine Figur, die die Mächtigen bekämpft, indem sie sie lächerlich macht. Damit kritisierte Hasek nicht nur die ehemalige k.u.k.-Monarchie, sondern autoritäre Systeme und militärischen Zwang im Allgemeinen. Nach Hašeks gleichnamigen Schelmenroman inszenierte der tschechische Regisseur Karel Stekly diesen hintergründigen Spaß mit Rudolf Hrusínský ("Die Seekönigin"), der längst ein Klassiker des tschechischen Films ist und Klassen besser als deutsche Produktionen wie "Der brave Soldat Schwejk" (1960, mit Heinz Rühmann) oder "Schwejks Flegeljahre" (1963, mit Peter Alexander).

Foto: MDR/Cine Aktuell