Der Diplomat Justin Quayle zeigt eigentlich mehr Interesse an der Pflege seiner Grünpflanzen als am Schicksal irgendwelcher Völker. Lichtblick in seinem eher trist anmutenden Leben ist seine junge, engagierte Frau Tessa. Als die jedoch bei einer politischen Aktion stirbt und Justin ihre Leiche identifizieren muss, werden Erinnerungen wach. So denkt er fortan oft an Tessas rigoroses Vorgehen gegen die Praktiken eines skrupellosen Pharmakonzerns. Justin beschließt der Sache auf den Grund zu gehen und zeigt plötzlich ebenfalls Interesse an den Machenschaften der Pharmaindustrie und begibt sich auf Tessas Spuren. Denn diese wollte deren Menschen verachtende Vorgehensweisen aufdecken und musste offenbar genau aus diesem Grunde sterben. Je tiefer Justin in die Geschichte dringt, dessen offensichtlicher wird es, dass man auch ihm nach dem Leben trachtet...

Nach seinem fast schon berauschenden Jugendbanden-Drama "City of God" legt der brasilianische Filmemacher Fernando Meirelles erneut ein faszinierendes Werk vor. Nach dem gleichnamigen Bestseller von John le Carré packt er hier ein hochbrisantes Thema an, deckt üble, profitorientierte Machenschaften auf, die so vielleicht nicht nachweisbar, aber durchaus vorstellbar sind: Menschenversuche in der Dritten Welt. Die Bilder von Nairobis Vorstadtslums wirken durchaus dokumentarisch, während der moderne Inszenierungsstil und die verschachtelte Erzählstruktur vom Zuschauer Wachsamkeit verlangt. Endlich mal ein packender Thriller für Menschen, die ihr Hirn benutzen! Rachel Weisz wurde für ihre beeindruckende Darstellung der Tessa Quayle 2006 mit dem Oscar und dem Golden Globe als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Foto: Kinowelt