Am 29. August 1900 begehen die vier Mitglieder von Butch Cassidys "Hole in the Wall"-Gang einen spektakulären Überfall: Sie haten Zug N. 3 der "Union Pacific Gesellschaft" auf dem Weg nach Table Rock, Wyoming, an und zwingen den Schaffner, die Passagierwagen vom Rest des Zuges abzukoppeln. Im Postwagen brechen sie den Safe auf und verschwinden mit 5000 Dollar Beute.

Mit ihm fing alles an: Am 1. Dezember 1903 stellte der Amerikaner Edwin S. Porter, als Autor, Regisseur und Kameramann verantwortlich, einem faszinierten und zugleich erschreckten Publikum seinen Film "The Great Train Robbery" zum ersten Mal vor. In vierzehn Szenen erzählt Porter die Geschichte eines Eisenbahnüberfalls vom vorbereitenden Überfall auf ein Telegrafenamt bis zum blutigen Showdown zwischen den Banditen und ihren Verfolgern. Damit war nicht nur das Genre des Westerns geboren, in "The Great Train Robbery" sind alle "kommenden Spielfilme angelegt: Überfall, Verfolgung, Showdown, ausgeschmückt mit Mord, Terror, Brutalitäten, Humor, unter Einsatz von schnellen Transportmitteln" (Joe Hembus). Einer der Hauptdarsteller - G. M. "Bronco Billy" Anderson spielte vier Rollen - schrieb ein weiteres Kapitel der Westerngeschichte: Ab 1909 produzierte er die erste Westernserie - um einen gewissen "Bronco Billy", den er selbst spielte.