Der luxemburgische Abbé Henri Kremer ist zunächst erleichtert, als er aus dem KZ entlassen wird. Doch schon bald folgt die Ernüchterung: er bekommt lediglich neun Tage Hafturlaub, um seinen Bischof zur Kollaboration mit den Nazis zu bewegen. Sollte er fliehen, hätte dies den Tod seiner Mithäftlinge zur Folge. So muss sich Kremer jeden Tag bei dem durchaus gebildeten Gestapo-Mann Gebhardt melden. Zwischen den Widersachern entwickelt sich ein kurioser Gedankenaustausch...

Trotz der starken Darsteller und der faszinierenden, auf Tatsachen beruhenden Geschichte wirkt Volker Schlöndorffs Drama stets einen Kick zu pädagogisch. Abgesehen davon, dass derlei Storys schon vor über 50 Jahren hätten inszeniert werden müssen, erzielt dieses Werk nur zeitweise jenen angedachten, aufwühlenden Charakter, den ein ergreifendes Drama haben sollte. Dennoch: die Schauspieler und die mitunter brillanten Dialoge lassen die Geschichte des Paters Jean Bernard noch einmal aufleben.

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