Manfred von Richthofen ist während des Ersten Weltkriegs als mutiger Kampfflieger bereits im Alter von 24 Jahren eine Legende. Der waghalsige Pilot erhält für seine Abschüsse nicht nur einen Orden nach dem anderen, der jagt auch dem Feind gehörige Angst ein, was er schließlich mit der roten Lackierung seiner Maschine noch zu steigern vermag. Erst Krankenschwester Käte, in die sich der Streiter verliebt hat, verdeutlicht ihm die Grausamkeit des Krieges. So will der rote Baron fortan nicht mehr für Propagandazwecke seitens der Militärzentrale missbraucht werden, zumal er einen Freund nach dem anderen verliert...

Regisseur Nikolai Müllerschön hat schon so einige Werke in den Sand gesetzt (seine Realverfilmung von "Nick Knatterton" etwa vergammelt in irgendeiner Mottenkiste). So wundert es nicht, dass auch dieser ambitioniert wirkende Kriegsfilm dramaturgisch leider völlig indiskutabel ist. Da werden Gegner vorgestellt, die in der nächsten Szene bereits abgeschossen sind. Da holpert der Schnitt von einer unbrauchbaren Sequenz zur nächsten. Zugegeben: einige Kampfszenen sind für sich betrachtet richtig gut, ergeben im Zusammenhang aber ebenso wenig Sinn (zumal selbst der finale Showdown fehlt) wie das ständige name dropping (auch hier hat man feigerweise etwa Hermann Göring – seinerzeit Von Richthofens Nachfolger – in Döring umbenannt). Hätte man der Dramaturgie ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wie den Spezialeffekten, der Ausstattung und den Kostümen, wäre dies vielleicht ein akzeptables bis spannendes Werk geworden. So ist es schlicht eine vertane Chance, an der auch die namhaften Darsteller wenig ändern können. Roger Cormans Version von 1970 "Manfred von Richthofen - Der rote Baron" ist zwar auch kein Meisterwerk, aber da funktioniert wenigstens die Dramaturgie halbwegs.

Foto: Warner