Vor allem die erste sogenannte "Wehrmachtsausstellung" 1997 in München erhitzte die Gemüter. Zeigte sie doch am Beispiel des Vernichtungskrieges im Osten von 1941 - 1944, dass die Wehrmacht weniger sauber gehandelt hat, als bis dahin angenommen. Viele Fotos aus Privatarchiven und -haushalten zeigten die Beteiligung normaler Soldaten an der Ermordung von Zivilpersonen. Dieser Film befasst sich mit der Auseinandersetzung der "Wehrmachtsausstellung" und versucht, einige der wenig bekannten Verbrechen der Wehrmacht in der Ukraine und Weißrussland nachzuzeichnen.

Regisseur Michael Verhoeven, eher für seine engagierten Spielfilme wie etwa "Die Weiße Rose" (1982) oder "Das schreckliche Mädchen" (1990) bekannt, hat an diesem Dokumentarfilm mehrere Jahre gearbeitet und sowohl die "Wehrmachtsausstellung" von 1997 als auch jene von 2001 filmisch begleitet. Er führte Interviews mit Zeitzeugen und lässt auch Gegenstimmen aus der rechten Szene zu Wort kommen. Da dies ohne jeglichen störenden Off-Kommentar geschieht, gelang Verhoeven ein authentisches Stück deutscher Vergangenheitsbewältigung ohne den nervigen erhobenen Zeigefinder. Stark!

Foto: Kinowelt