Der 1920 im heutigen Tschechien geborene Max Mannheimer überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Dachau und ist einer der letzten aktiven Zeitzeugen des Holocaust. "Ich bin ein weißer Rabe", sagt er, "es gibt nicht mehr viele wie mich, die berichten können". Max Mannheimer hat alles durchlitten, was einem Menschen in der Nazi-Zeit widerfahren konnte: Demütigung, Vertreibung, Internierung im Ghetto, Tod fast der ganzen Familie in der Gaskammer, Arbeitslager und KZ. Wie geht Mannheimer mit den niemals endenden Erinnerungen an die Lager und dem Verlust seiner Familie um? Mannheimer hat die Offensive gewählt: Er spricht in Schulen und Universitäten und seine Arbeiten als Maler legen Zeugnis über seine Erlebnisse ab.

Regisseurin und Drehbuchautorin Carolin Otto ("Tatort - Der Finger") lernte Max Mannheimer durch Zufall kennen: 1988 verlor sie ihre Bankkarte auf einem Parkplatz in Dachau. Der ehrliche Finder war Max Mannheimer. Aus dieser Begegnung entstand eine langjährige Freundschaft, die sie mit "Der weiße Rabe" würdigt. Otto zeigt unter anderem Mannheimers erste Wiederbegegnung mit Auschwitz im Jahr 1991 und begleitet ihn durch das ganze Jahr 2008, in privaten und öffentlichen Momenten. Entstanden ist das Porträt eines außergewöhnlichen Menschen, der sich mit unerschütterlichem Optimismus und viel Witz der Vergangenheit stellt.



Foto: Carolin Otto