Der berüchtigte Gangster Gustave Minda alias Gu entkommt nach zehn Jahren aus dem Gefängnis. In Paris sucht er seine alten Freunde auf - die Restaurantbesitzerin Simone, genannt Manouche, und den Barmann Alban, einen ehemals gefürchteten Scharfschützen. Gu kommt gerade rechtzeitig, um Manouche in letzter Minute aus den Händen zweier skrupelloser Gangster zu befreien, die für den berüchtigten Jo Ricci arbeiten. In einem Wald erschießt er die beiden Männer. Die Art und Weise, wie er sie beseitigt, führt Kommissar Blot bald auf Gus Spur, der die Handschrift des ehemaligen Staatsfeindes Nr. 1 wieder erkennt ...

Ein düsterer Klassiker des Genres mit Anleihen am amerikanischen film noir, den der Vater der nouvelle vague, Jean-Pierre Melville, nach dem Roman "Un règlement de comptes" des späteren Regisseurs José Giovanni ("Der Kommissar und sein Lockvogel", "Endstation Schafott") mit dem unvergessenen Lino Ventura inszenierte. Einmal mehr ist hier die Handschrift Melvilles zu spüren, dessen Protagonisten der Hauch von desillusioniertem Pessimismus, großer Einsamkeit und unabwendbaren Scheitern umweht. Der französische Originaltitel "Le deuxième souffle" findet sich auch in der Biographie des Dehbuchautors Giovanni wieder, der seinem einsam gelegenen Chalet in den Schweizer Bergen eben diesen Namen gab. Giovanni hatte übrigens an Melville nicht die besten Erinnerungen, denn der habe, so der Autor, wie viele andere Regisseure, sein Werk zerstört. 2007 drehte der französische Regisseur Alain Corneau ("Jenseits aller Regeln") mit "Le deuxième souffle" ein Remake des Melville-Klassikers, das mit Daniel Auteuil, Monica Belucci und Michel Blanc äußerst prominent besetzt ist.



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