In 4300 Meter Höhe liegt die bolivianische Stadt Potosí. Rund um die Stadt gab es einst die größten Silbererzvorräte der Welt, man nannte Potosí einst in einem Atemzug mit London, Paris und Berlin. Doch die Zeiten sind längst vorbei, denn bereits seit über 450 Jahren wird das Erz in den Stollen des Cerro Rico, des "Reichen Berges", ausgebeutet. Zu den Minenarbeitern. kurz Mineros genannt, gehören auch der 14-jährige Basilio und sein 12-jähriger Bruder Bernardino. Sie schleppen das geförderte Erz, arbeiten als Schubkarrenfahrer und Sprengloch-Meisler - ein hartes Brot. Der Vater der Kinder ist mit 35 an den Folgen einer Staublunge gestorben. Würden die beiden Heranwachsenden nicht jeden Tag bis zu 10 Stunden Schwerstarbeit in den Stollen verrichten, gäbe es zu Hause nichts zu Essen.

Sieben Jahre lang kämpften der heute in München lebende österreichische Filmemacher Richard Ladkani und sein nordamerikanischer Kollege Kief Davidson darum, diesen Film über die Geschichte der Bergarbeiterkinder von Potosí zu realisieren. 2004 war es endlich soweit: Sie stiegen mit Basilio und Bernardino in 1500 Meter in den Berg hineinreichende, teilweise völlig ungesicherte Schächte hinab, erlebten die unsäglichen Arbeitsbedingungen unter Tage, die tägliche Angst der Kinder vor Dynamit-Unfällen, herabstürzenden Gesteinsbrocken, Gasexplosionen und dem Erstickungstod durch Staubwolken. In der klaustrophobischen Enge der über 20000 Tunnel und Stollen des Cerro Rico, bei Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius und einer Atemluft, die zu 20 Prozent mit giftigem Arsen-Gas angereichert ist, entstanden so nie zuvor gesehene Bilder von atemberaubender Intensität.

Foto: Salzgeber