Poetry Slam ist der Wettstreit der Freizeitpoeten und hat mit herkömmlichen literarischen Lesungen wenig gemein. Egal ob Lyrik oder Kurzgeschichte - die Slammer bringen eigene, spontan gedichtete Werke auf die Bühne und treten im Wettkampf gegeneinander an. Die Idee verbreitete sich in den Achtzigerjahren zunächst an US-Universitäten, wurde aber schnell zur Bewegung. Auch in Deutschland ist Poetry Slam längst angekommen, in vielen Städten werden regelmäßig Slams abgehalten. Kulisse und Austragungsort der Slams sind nicht mehr nurn Clubs oder Kellerkneipen, sondern inzwischen füllen die Slammer längst Konzerthallen. Poetry Slam ist Show und Subkultur, ein kollektives literarisches Experiment, das von der Interaktion zwischen Publikum und Autoren lebt. Studenten slammen neben Rentnern, Hip-Hopper neben verklemmten Menschen, die ihrem Lebensgefühl Ausdruck verleihen wollen: mal per Schüttelreim, mal gerappt, mal laut, mal geflüstert ...

Filmemacherin Marion Hütter inszenierte nach eigenem Buch diesen Dokumentarfilm, der nicht nur die deutsche Poetry-Slam-Szene und ihr Umfeld vorstellt, sondern darüber hinaus vier Slammer aus verschiedenen Städten ein Jahr begleitete. Hütter liefert dabei vier persönliche Porträts und zeigt ihre vier Protagonisten und ihre literarische Performance-Kunst auch bei zwei Meisterschaften, darunter das jährliche "National". die deutsche Meisterschaft, das als größtes Festival der Bühnenliteratur in Europa gilt.



Foto: MfA