Nach einer stringenten Handlung sucht man hier vergebens. Die Geschichte des Films basiert auf Motiven des gleichnamigen Romans des Marquis de Sade. Pasolini verlegte die Rahmenhandlung in die "Republik von Salò", jenen von den Deutschen 1944/45 gesicherten letzten Rest des faschistischen Italien. Hier entwickelt Pasolini ein inhaltlich und filmisch ebenso entgrenztes wie streng ritualisiertes, an Dante erinnerndes System von "drei Höllenkreisen: der Leidenschaften, der Scheiße und des Blutes".

Der Film von Pier Paolo Pasolini ist sicherlich eines der umstrittensten Werke der Filmgeschichte. In Deutschland wurde der Film nach dem Kinostart 1976 in der Öffentlichkeit wegen der Tabubrüche, der Freizügigkeit und der vielen Ekelszenen äußerst kontrovers diskutiert, von Staatsanwälten mehrfach beschlagnahmt und war zeitweise ganz verboten. Ein Film, der auch heute noch immer zutiefst bewegt, verstört und polarisiert.

Foto: Neue Visionen