Von heute auf morgen wird die Ärztin Antonia aus ihrem geordneten Leben gerissen. Durch einen Anruf erfährt sie, dass ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Die Mittdreißigerin hat sich kaum von diesem Schock erholt, als sie unzweifelhafte Hinweise darauf findet, dass ihr Mann seit Jahren ein Doppelleben führte. Als sie seine Geliebte aufsucht, hat sie es mit einem Mann zu tun: dem gut aussehenden Michele, Mittelpunkt einer schrillen Hausgemeinschaft, in der sich Schwule, Lesben und Transsexuelle tummeln - eine für Antonia völlig fremde Welt.

In seiner warmherzigen Tragikomödie stellt der aus Istanbul stammende und in Rom aufgewachsene Regisseur Ferzan Özpetek zwei Familienmodelle einander gegenüber, ohne das eine gegen das andere auszuspielen. Auf der einen die klassische Keimzelle der Familie, die Ehe, auf der anderen die schillernde, kontrastreiche, sexuell freizügige und solidarische Gemeinschaft aus Wahlverwandten. Das gelingt dem Film vor allem durch die beiden Hauptdarsteller, die mit großer Glaubwürdigkeit die zögernde Annäherung der beiden so unvereinbar scheinenden Welten zeigen. "Die Ahnungslosen" war 2001 in Berlin für den Goldenen Bären nominiert und wurde in Seattle sowie bei den Schwulen- und Lesben-Filmfestivals in Austin und New York zum besten Film gekürt, Margherita Buy erhielt für ihre Verkörperung der Antonia das Silberne Band der italienischen Filmpresse, ebenso wie Stefano Accorsi für seine Rolle des Michele.