Ein Foto diente als Ausgangspunkt für diese Dokumentation: Drei Männer in einem Gerichtssaal. Abgelichtet sind Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler. Sie machten Anfang der Siebzigerjahre als Anwälte der linken außerparlamentarischen Opposition von sich reden, Mahler als Angeklagter, die beiden anderen als seine Verteidiger. Mahler hatte einen Molotow-Cocktail geworfen und galt als Waffenbeschaffer der RAF. Uneins in der Frage, wie man eine andere Republik erschafft, war das Ziel, den Staat zu ändern und einer "linken Gerechtigkeit" zuzuführen, das gleiche. Was ist aus dem einst politisch spektakulären Dreigestirn geworden? Schily ist SPD-Bundesinnenminister a.D., Ströbele das linke Gewissen der Grünen und Mahler ein Anführer der rechten Szene.

Mit ihrem Film versucht Regisseurin Birgit Schulz zu ergründen, was diese Männer einst verbunden hat und an welchem Punkt sich ihre Wege getrennt haben. Heute, fast 40 Jahre nach der Fotografie, sind sie politische Gegner, wäre es undenkbar alle drei gemeinsam vor die Kamera zu holen, denn jeder sagt dem anderen nach, gemeinsame Ziele verraten zu haben. Birgit Schulz zeigt spannende Biografien dreier interessanter Menschen, die auch heute noch die politische Landschaft in Deutschland prägen – allerdings weniger, als sie sich das vielleicht wünschen.

Foto: Real Fiction