Alle 30 Minuten findet in Deutschland eine rechtsextreme Straftat statt. So erhielt die afrodeutsche Regisseurin Mo Asumang selbst eine Morddrohung von den "White Aryan Rebels". Die Unterstützer der NSU-Terrorzelle sind Mitherausgeber des Nazi-Magazins "The Aryan Law & Order". Bei der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe findet man einen Artikel, der die "arische Rasse" erklärt. Und in den USA werden unzählige Morde durch "Aryan Hate Groups" verübt. So entschloss sich die Filmemacherin, der Sache mit den Ariern selbst auf den Grund zu gehen.

In einer persönlichen Reise begab sie sich auf die Suche nach den Ursprüngen des Arierbegriffs und dessen Missbrauch durch Rassisten in Deutschland und den USA. Sie besuchte Demonstrationen und Propaganda-Veranstaltungen der selbsternannten Arier in Gera, Wismar und Potsdam, wo sie meist jedoch nur Schweigen und Ablehnung ("Geh doch nach Afrika") erntete. Sie forschte in Archiven und reiste schließlich in den Iran, wo sie alte Inschriften fand, die den Ursprung des Arierbegriffs bezeugen und ihm eine ganz andere Bedeutung geben. In den USA traf sie sich mit dem Ku-Klux-Klan und einem Top-Rassisten von schauerlichem Weltruf: Tom Metzger, dem Gründer der "White Aryan Resistance", dessen Ziel es ist, mit der sogenannten "Lone-Wolf"-Taktik eine "arische" Revolution zu starten. Die Regisseurin blieb auch angesichts heftiger Worthülsen erstaunlich gelassen und sachlich, nur beim Ku-Klux-Klan merkte man ihr ihre Angst an. Meist schaffte sie es, dass sich die Interviewten mit ihren Worten selbst in politische Abseits stellten. Einzige perfide Ausnahme: der rhetorisch versierte und durchaus charismatische Tom Metzger, der bei der Verabschiedung Mo Asumang sogar umarmte. "Die Arier" wurde im März 2014 beim 19. Filmfestival Türkei/Deutschland in Nürnberg mit dem Öngören-Preis für Demokratie und Menschenrechte ausgezeichnet, darüber hinaus erhielt das Werk beim 14. Phoenix Film Festival in in Phoenix/Arizona den "World Cinema Best Documentary-Award" und "World Cinema Audience Award".

Foto: ZDF/Yoliswa von Dallwitz