Es ist ein Fall, der weltweit die Menschen beschäftigt: Wer hat im November 2007 die Britin Meredith Kercher im italienischen Perugia ermordet?

Die Hauptverdächtigen, Kerchers Mitbewohnerin Amanda Knox, auch bekannt als "Engel mit den Eisaugen", und ihr Exfreund Raffaele Sollecito, wurden im März dieses Jahres endgültig freigesprochen - aber die Schuldfrage steht weiterhin im Raum.

Den jahrelangen Prozess sowie das erste dazu verfasste Buch der Journalistin Barbie Latzda Nadeau nahm sich Regisseur Michael Winterbottom zur Vorlage. Er schickt Regisseur Thomas (Daniel Brühl) los, der einen noch immer aktuellen Mordfall auf die Leinwand bringen will.

Dazu reist er nach Siena, wo ein Mord stattgefunden hat, der die Ermittler vor ein Rätsel stellt. Ab hier startet eine spannende und interessante Reise, denn Thomas trifft bei seinen Recherchen auf die mysteriöse Melanie (Cara Delevingne) - was weiß sie über die Tat?

Vielschichtiger Charakter und komplexer Plot

An einigen Stellen seines Dramas weicht Winterbottom bewusst von den Fakten ab, denn zum Drehstart war noch lange kein Ende des Prozesses in Sicht. Besonders gelungen ist, dass er sich nicht rein auf die Pressemitteilungen bezieht und der Sensationslust frönt, sondern dank seines Protagonisten, der sich auf einer Sinnsuche befindet, tiefe Einblicke in das Seelenleben eines zerrissenen Menschen gewährt.

So liegt der Fokus stark auf Brühl, der wieder einmal zeigt, was er schauspielerisch auf dem Kasten hat.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Die Augen des Engels":