Großmutter Nusret lebt in einem kleinen Bergdorf am Schwarzen Meer und beginnt allmählich ihr Gedächtnis zu verlieren. Als sie eines Tages vermisst wird, reisen ihre beiden Töchter und ihr Sohn voller Sorgen aus Istanbul an. Zum Glück finden sie ihre an Alzheimer leidende Mutter nach einer groß angelegten Suchaktion in den Bergen, doch allen ist klar, dass diese nun nicht mehr allein leben kann. Kurzerhand nehmen sie die betagte Dame mit nach Istanbul. Doch eine alten Baum soll man nicht versetzen. Als Nusret schließlich in einem Pflegeheim landet, hält nur ihr Enkel Murat zu ihr. Ihm gegenüber äußerst sie ihren letzten Wunsch: Sie will in ihr Dorf zurück ...

Regisseurin Yesim Ustaoglu, die schon mit ihren Arbeiten "Reise zur Sonne" und "Waiting for the Clouds" zeigte, dass sie Händchen für einfühlsam erzählte Alltagsgeschichten besitzt, bestätigt diesen Ruf auch mit diesem sensibel wie intensiv erzählten Drama um eine alte Frau, deren Erinnerungen immer mehr verblasen. Die Geschichte, die überall spielen könnte, lotet nicht nur die Verhältnisse in der betroffenen Familie und den Gegensatz von Stadt und Land gekonnt aus, sondern zeigt auch eindrucksvoll, wie sich das Wesen eines Menschen, der an Alzheimer leidet, verändert. Die fast 90-jährige französische Schauspielerin Tsilla Chelton ("Alexander, der Lebenskünstler", "Der Zerstreute", "Was Frauen wirklich wollen") wurde für ihre berührende Darstellung der Nusret beim Festival von San Sebastian als beste Darstellerin ausgezeichnet, "Pandora's Box" erhielt die Goldene Muschel als bester Film.

Foto: Kairos