In Istanbul treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Seine Opfer: Kinderschänder, die als Nutznießer eines Amnestie aus den überfüllten Haftanstalten entlassen wurden. Kurz zuvor wird die 12-jährige Schwester von Ensar, der seinen Militärdienst im Südosten der Türkei geleistet hat, vergewaltigt. Danach verschwindet Ensar. Nach Entdeckung der Morde gerät der Verschwundene schon bald ins Visier von Çerkez Abbas, dem stellvertretenden Leiter der Mordkommission, und Hauptkommissar "Skorpion" Celal. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, denn der Mörder handelt intelligent und schnell ...

Schon mit seinem Regiedebüt, dem Drama "Kopf oder Zahl", sorgte der Performance-Künstler und Schauspieler Ugur Yücel ("Soul Kitchen") für Aufsehen in seinem Heimatland Türkei, zumal er für Hardliner unangenehme Themen wie den erbitterten Krieg zwischen den kurdischen Rebellen und der türkischen Staatsmacht oder die nie geglaubte Annäherung von Griechenland und der Türkei nach dem großen Beben von Marmara im August 1999 nicht aussparte. In diesem gut besetzten und inszenierten Thriller mit einigen guten Actionszenen, in dem der Regisseur in die Rolle des Ermittlers Abbas überzeugt, erzählt er die Geschichte eines Serienkillers, der auf die Tolerierung seiner Taten durch die Bevölkerung zählen kann und der Polizei immer wieder ein Schnippchen schlägt.

Foto: Maxximum