In Galizien sagt man: "Was du weder deiner Frau noch deinem besten Freund erzählen kannst, das erzähle einem Fremden." Genau das tut der junge Macário, als er auf einer Zugfahrt von Lissabon an die Algarve in einem Abteil der ersten Klasse Platz nimmt. Ihm gegenüber sitzt eine ältere Dame, die sich im Verlaufe der Reise als aufmerksame Zuhörerin seiner ungewöhnlichen Geschichte erweisen wird ...

Nach der Kurzgeschichte "Diário de Noticias" (1874) des großen portugiesischen Schriftstellers José Maria Eça de Queiro inszenierte Manoel de Oliveira, der große alte Mann des portugiesischen Kinos, im Alter von 100 Jahren diesen unkonventionellen wie stilvollen Mix aus Komödie und Liebesreigen mit überraschendem Ende. In der Rolle des Macárcio, der nichts unversucht lässt, um seine große Liebe zu erobern und dabei selbst das Scheitern seines eigenen Lebens in Kauf nimmt, glänzt Ricardo Trêpa, den Oliveira zuvor schon in seinen Regiearbeiten "Christoph Kolumbus - Das Rätsel" und "Ich geh' nach Hause" besetzt hatte.