Während Margaret Thatcher, einst die streitbarste Regierungschefin Europas, im Alter offenbar mehr und mehr an Demenz leidet, erinnert sie sich an wichtige Lebensstationen. Aus eher einfachen Verhältnissen stammend – der Vater war Kolonialwarenhändler und methodistischer Laienprediger, die Mutter Hausschneiderin – leidet die junge Margaret nicht nur unter den Klassengrenzen, sondern auch jenen, die immer noch zwischen den Geschlechtern herrschen. So behauptet sie sich früh in einer Welt, die offenbar von Männern beherrscht wird und entdeckt die Politik für sich. Mit klaren Zielen schreitet sie voran, um schließlich die erste Premierministerin ihres Landes zu werden. Doch das Alltagsgeschäft der Politik fordert private Opfer ...

Dank einer wie meist brillant aufspielenden Meryl Streep (sie erhielt für ihre Leistung ihren dritten Oscar) kann man diesem Biopic die inszenatorischen Mängel durchaus verzeihen. Hier geht es zudem lediglich um die Person und nicht um deren äußerst streitbare wie mitunter fragwürdige Politik. Wer hier eine komplexe Reflexion des Thatcherismus erwartet, wird bitter enttäuscht. Schauspielerisch aber ist dies sicherlich ein Highlight.



Foto: Concorde