Michel Houellebecqs privates Leben verläuft in ruhigen Bahnen. Doch eines Morgens ändert sich das schlagartig: Er wird gekidnappt! Am 16. September 2011 verbreiten Fernsehen, Radio, Presse und Internet die Nachricht, der französische Schriftsteller Michel Houellebecq, Goncourt-Preisträger 2010, sei entführt worden. Manche Medien verdächtigen sogar das Terrornetzwerk Al-Kaida. Einige Tage lang ist der literarische Mikrokosmos in Aufruhr. Bei "Die Entführung des Michel Houellebecq" handelt es sich um ein Schriftstellerporträt im Gewand einer kriminalkomödiantischen Chronik, um einen Film im Film, basierend auf einer erfundenen Story und einer wahren Begebenheit: Houellebecq war im September 2011 kurzzeitig wie vom Erdboden verschwunden, als er eigentlich auf einer Lesereise zu seinem Roman "Karte und Gebiet" sein sollte. Wildeste Gerüchte kursierten im Internet über seine Entführung durch Al-Kaida oder Außerirdische. Indem er alle Register der "Comédie humaine" zieht, stellt der Dokumentarfilm mehrere Realitäten gegenüber: die des Michel Houellebecq mit der seiner Entführer und Gastgeber. Der weit gespannte thematische Bogen ihrer Gespräche reicht von Rauchen und Free Fight über polnische Würstchen und Europa bis hin zu Le Corbusier sowie zeitgenössischer Kunst. Der Mensch, der in der Fiktion zutage tritt, erweist sich als humorvoll, sensibel, sarkastisch, zweifelnd und hochintelligent. Michel Houellebecq zeigt darin viele unterschiedliche Seiten seiner Person. Sein Facettenreichtum und seine Selbstironie zeigen sich in dem Moment, in dem er verrät, dass er eigentlich gar nicht Schriftsteller, sondern Rennfahrer werden wollte.