Der junge sizilianische Fischer Ntoni Valastro erkennt, dass er und seine Freunde von den Großhändlern ausgebeutet werden. Als sie bei Verhandlungen mit den Händlern zu führen, dass sie von vorne bis hinten betrogen worden sind, werfen sie die Händler samt ihrer Waagen ins Wasser. Als die Händler auf eine gerichtliche Verfolgung verzichten, weil sie auf die Arbeit der Fischer angewiesen sind, wird sich Ntoni der eigenen Macht bewusst. Er nimmt eine Hypothek auf das Haus seiner Eltern auf, kauft ein Boot und beginnt, auf eigene Rechnung zu fischen. Zunächst scheint er Erfolg zu haben und sich behaupten zu können. Doch dann zerstört ein Sturm sein Boot, und Ntoni muss sich dem Diktat der Händler beugen ...

Das Drama "Die Erde bebt", das Luchino Visconti ausschließlich mit Laiendarstellern des sizilianischen Fischerdorfes Acitrezza drehte, ist eines der bedeutendsten Werke des italienischen Neorealismus. Die Handlung ist angelehnt an den Roman "I Malavoglia" des veristischen sizilianischen Schriftstellers Giovanni Verga (1840-1922). Viscontis ursprünglicher Plan bestand darin, eine Art Dokumentarfilm über Sizilien zu drehen, der in drei Teilen die Lage der sizilianischen Fischer, der Schwefelarbeiter und der Bauern darstellen und mit dem Sieg der vereinten Kräfte des Proletariats enden sollte. Gedreht wurde allerdings nur die erste Episode, die den gemeinsamen Obertitel des Projekts, "La terra trema", erhielt. Die Verwendung von Laiendarstellern entsprach dem dominierenden Stil der ersten neorealistischen Phase in Italien. "Die Erde bebt" wurde 1948 bei der Biennale in Venedig mit einem von drei internationalen Preisen ausgezeichnet. Regieassistenten Viscontis waren die heute berühmten Regisseure Francesco Rosi und Franco Zeffirelli.

Foto: ZDF/Universalia/Taurus