Francis und seine Söhne Eric und Matthieu arbeiten in derselben Fabrik. Eines Tages wird Francis nach 30 Jahren fristlos entlassen, weil er sich nicht an das über Nacht verhängte Rauchverbot gehalten hat. Matthieu lehnt sich gegen diese Ungerechtigkeit auf und versucht, die Firmenleitung umzustimmen. Als das fehlschlägt, beginnt er, die Kollegen zu mobilisieren. Aber niemand will sich aus dem Fenster hängen, selbst sein Bruder nicht. Als Francis kurze Zeit später bei einem Autounfall ums Leben kommt, ist Matthieu vom Selbstmord seines Vaters überzeugt und sinnt auf Rache. Inkognito verführt er Claire, die Frau des Chefs, und beginnt mit ihr eine leidenschaftliche Affäre...

Das Sozialdrama von Xavier Beauvois ist ein Film der Kontraste. Zu Anfang des Films schwenkt die Kamera über einen Golfplatz und eine Fabrik, um mitten in einer Jagdgesellschaft zu landen. Auf Erics Hochzeitsfeier folgt Francis' Beerdigung, auf Matthieus lieblosen Sex mit seiner Freundin Virginie folgt eine zärtliche Verführungsszene mit Claire, und nicht zuletzt prallen in dieser "amour fou" die Klassengegensätze aufeinander. Matthieu wird einem emotionalen Wechselbad nach dem anderen unterworfen. Benoît Magimel - die Entdeckung aus Michael Hanekes eher belanglosen Drama "Die Klavierspielerin" (2001) - spielt den zerrissenen Helden glänzend, obwohl das Drehbuch kaum Dialoge für ihn vorsieht. Auch Musik gibt es in diesem Film nicht, mit Ausnahme der Matthäuspassion zu Anfang und am Ende. Stattdessen rhythmisieren das Stakkato der Maschinen und das Rauschen des Meeres den Film, dessen melancholische Bilder den grau-blauen Himmel und die rauhe Küste der Normandie ebenso präzise einfangen wie die Einsamkeit Matthieus, der selbst in Menschenansammlungen gern am Rand steht.