Der Seefahrer El Marro kehrt nach vielen Jahren auf dem Meer in seine arme Heimatstadt zurück. Krank und geschwächt wird er von der Prostituierten Perlita aufgenommen. Doch ihre Mutter Tomasa fordert sie auf, ihn zu vergessen. El Marro und Perlita verlieben sich ineinander. Perlita will zusammen mit Carmelo, einem Familienfreund, ein eigenes Lokal aufmachen, um ihren tyrannischen Chef Eneas los zu werden. Als Marro aber von Tomasa erfährt, dass Perlita und er Geschwister sind, geht er wieder auf Seefahrt. In ihrer Verzweiflung macht Perlita einen Selbstmordversuch. Die entrüstete Mutter Tomasa, von ihren beiden Kindern gehasst, denkt zurück an die Vergangenheit und träumt von einer besseren Zukunft.

Arturo Ripstein erzählt - frei nach Guy de Maupassant - die Geschichte dieser krassen Außenseiter in drei Episoden, die den Perspektiven der Hauptfiguren entsprechen. So erhält der Zuschauer eine teils ergänzende, teils widersprechende Sicht der Realität, die auf Vorbildern aus der Filmgeschichte wie "Rashomon" von Akira Kurosawa aufbaut. Der Mexikaner Arturo Ripstein gilt als einer der wichtigsten Regisseure des südamerikanischen Kinos. Als Sohn eines erfolgreichen Produzenten hatte er schon von früh Kontakte zur Branche, lernte er durch seine Zusammenarbeit mit bedeutenden Regisseuren (u. a. Luis Buñuel) die Geheimnisse der Filmsprache. Das Thema der Einsamkeit und des unbarmherzigen Schicksals erscheinen häufig in Ripsteins Werk. Durch seine Anlehnung an das Genre des Melodrams knüpft er an die Tradition des Kinos seiner Heimat Mexiko an. In "Die Frau vom Hafen" haben Ripstein und seine Drehbuchautorin Garciadiego nach eigener Aussage versucht, "die dunkle Seite des Melodrams" zu zeigen. Die Familie als sozialer Faktor trägt hier "nicht zum Aufbau des Individuums, sondern zu seiner Vernichtung" bei.