Die 25-jährige Umay ist mit ihrem Sohn aus der unglücklichen Ehe in Istanbul geflohen und versucht nun wieder, bei den Eltern in Berlin unterzukommen. Während sie von einem selbst bestimmten Leben träumt, wird ihr schnell klar, dass ihre Familie in den traditionellen Konventionen gefangen ist und ein "unehrenhaftes" Leben Umays nicht zulassen. Als man sie in die Türkei zurückschicken will, flieht Umay in eine ungewisse Zukunft. Zwar will sie sich unbedingt wieder mit der Familie versöhnen will, erkennt aber zu spät, dass dies nicht mehr möglich ist ...

Immer wieder kann man über derlei Geschichten in den Zeitungen lesen. Grund genug für die türkisch-stämmige Regisseurin, Produzentin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Feo Aladag, sich in ihrem vielfach preisgekrönten Kinodebüt dieses Themas anzunehmen und eine düstere Geschichte um eine Frau und deren Leben zwischen Tradition und Moderne, Selbstbestimmtheit und übertriebenem Ehrenkodex zu erzählen. Dabei verzichtete sie als Kennerin derartigerer Familienverhältnisse auf jegliche Klischees und lässt die Protagonistin gnadenlos auf die Katastrophe zusteuern. Ein unangenehmer, aber wichtiger Film. Die bravourös aufspielende Sibel Kekilli wurde für ihre Rolle der Umay mit dem Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin 2010 ausgezeichnet.

Foto: Patricia Sevilla Ciordia