Gregor, der Bruder der Filmemacherin Stephanie Weimar, fasst den Entschluss, katholischer Ordensbruder bei den Steyler Missionaren zu werden und das Ewige Gelübde abzulegen. Seine Schwester ist mit dieser Entscheidung nicht einverstanden. Sie kann nicht verstehen, wie man allen Ernstes darüber nachdenken kann, ein Leben in Keuschheit, Armut und Gehorsam zu führen. Sie selbst glaubt nicht an Gott und steht der Kirche, ihrer politischen Linie und ihren Tätigkeiten äußerst kritisch gegenüber. Der Dokumentarfilm beginnt im Sommer 2011. Gregor hat noch ein Jahr Zeit, bis er sich entscheiden muss, ob er die Ewigen Gelübde wirklich ablegen will und sich für immer an die Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare binden möchte. Der Film verfolgt, wie Gregor damit ringt, eine Entscheidung zu treffen. Und er zeigt, wie die Filmemacherin versucht, die Wahl dieses Lebensweges zu verstehen und zu akzeptieren. Falls ihr Bruder das Gelübde tatsächlich ablegt, ist es gut möglich, dass er zu einer Missionsstation irgendwo in der Welt gesandt wird - ohne jemals nach Hause zurückzukehren. Stephanie Weimar besucht ihren Bruder, zu dem sie Zeit ihres Lebens ein eher schwieriges Verhältnis hatte, im Kloster St. Augustin. Doch alle Versuche der Annäherung enden im Streit. Gregor verteidigt seinen Glauben, doch ist er sich gleichzeitig überhaupt nicht sicher, ob er sein Leben wirklich endgültig der katholischen Missionsarbeit widmen will. In vielen schlaflosen Nächten ringt er mit solch extrem schwierigen Fragen, zum Beispiel ob er niemals Sex, einen Partner oder eine eigene Familie haben wird, oder was es bedeutet, alle weltlichen Güter einfach aufzugeben. Der Tag, an dem Gregor seine Gelübde ablegen soll, rückt immer näher.