Frankreich, 1919: Der junge Lehrer Antonin Verset lebt in einem Lazarett für psychisch kranke Kriegsveteranen. Er ist äußerst verschlossen und leidet unter plötzlich auftretenden Tremor-Attacken, die als medizinisches Phänomen erstmals bei Rückkehrern aus dem Ersten Weltkrieg beobachtet werden. Als Soldat hat er sich zuvor um einen kriegswichtigen Brieftaubenschlag gekümmert, der für Felddepeschen genutzt wurde. Doch vor diesem vergleichsweise friedlichen Dienst mit nur wenigen Kampfhandlungen musste er in den Schützengräben an der Marne kämpfen. Was er dort erlebte und was ihm beim Rückzug mit seinen Brieftauben zustieß, hinterließ einen Mann mit kaum sichtbaren Verletzungen, jedoch seelisch vollkommen zerrüttet. Die behandelnden Ärzte versuchen, durch gezielte Schocks den nicht ansprechbaren Antonin von seinen Traumata zu befreien und zu seinem alten Ich durchzudringen ...

Mit diesem bitteren Kriegsdrama legte der bis dahin lediglich als Kurzfilm- und Dokumentarfilm-Regisseur bekannte Filmemacher Gabriel Le Bomin sein Langfilm-Debüt vor. Le Bomin thematisiert hier das unter Kriegsheimkehrern beider Seiten vielfach beobachtete Leiden des heftigen Zitterns, das durch die außerordentlichen psychischen und physischen Belastungen der Soldaten ausgelöst wurde. In der Hauptrolle des Antonin Verset gibt der französische Charakterdarsteller Grégori Derangère ("Wann war der Mann ein Mann?", "Die Frau des Leuchtturmwärters", "Die Offizierskammer") eine beeindruckende schauspielerische Vorstellung. 2007 erhielt Regisseur Le Bomin eine César-Nominierung für den besten Erstlingsfilm, musste sich aber Isabelle Mergaults Komödie "Sie sind ein schöner Mann!" geschlagen geben.