Zweiter Weltkrieg, Januar 1945: Im östlichsten Zipfel Hitler-Deutschlands bröckelt die Front. Hunderttausende Zivilisten ergreifen in panischer Angst die Flucht vor den feindlichen Truppen, die auf ihrem Siegeszug alles niedermetzeln. Das kolossale Kreuzfahrtschiff "Gustloff", das in der Danziger Bucht vor Anker liegt, erscheint vielen der Eingekesselten als letzte Hoffnung, diesen Krieg noch zu überleben. Als die "Gustloff" schließlich die Flüchtlinge über die Ostsee nach Kiel bringen soll, übernimmt Handelskapitän Hellmut Kehding das Kommando ...

Die Flucht übers Meer begann am 30. Januar 1945. Nach neueren Erkenntnissen waren an die 10000 Soldaten, Männer, Frauen und Kinder nach der unkontrollierten Einschiffung an Bord gelangt. Doch die Fahrt wurde für schätzungsweise 9000 Menschen eine Fahrt in den Tod. U-Boot Kommandant Alexander Marinesko, Held der Sowjetunion, gab kurz nach 21 Uhr den Befehl "Versenkt die Deutschen!" und ließ drei Torpedos auf den Passagierdampfer feuern. Nach nur 60 Minuten versank der einstige Stolz der "Kraft-durch-Freude-Flotte" in der Ostsee. Regisseur Joseph Vilsmaier drehte diesen Zweiteiler über die Schiffskatastrophe, die das "Titanic"-Unglück (1912, 1523 Tote) weit in den Schatten stellt. Doch leider hat Vilsmaier bei seiner prächtig besetzten Regiearbeit nach dem Drehbuch des Flensburger Autors Rainer Berg ("Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker", "Angst hat eine kalte Hand") zu sehr auf Einzelschicksale gesetzt.

Lesen Sie auch den Bericht zweier Überlebender der Katastrophe: "Rekonstruktion der Hölle"