Der 15-jährige Paolo ist seit seiner Geburt geistig und körperlich behindert. Sein Onkel und seine Tante haben ihn groß gezogen, da seine Mutter bei der Geburt starb und ihn sein Vater aus Gram um den Verlust der geliebten Ehefrau verlassen hat. Nun muss Paolo zu einer Untersuchung in die Berliner Charité, zu der ihn sein unbekannter Vater begleiten soll. In dem Nachtzug in die Hauptstadt begegnen sich Paolo und sein Vater Gianni zum ersten Mal nach der tragischen Geburt...

Ein einfühlsam inszeniertes Drama mit hervorragenden Darstellerleistungen von Gianni Amelio ("Gestohlene Kinder", "Lamerica", "So haben wir gelacht") nach dem autobiographisch geprägten Roman "Zwei Leben" von Giuseppe Pontiggia. In seiner betont langsam erzählten Regiearbeit ohne viel Hintergrundmusik und cineastische Kunstgriffe setzt Amelio besonders auf den jungen Römer Andrea Rossi, der hier als Paolo in seiner ersten Filmrolle zu sehen und auch im wirklichen Leben behindert ist. Das gibt dem Film eine einzigartige Authenzität, was ihn jedoch für den Zuschauer nicht einfacher macht. Sicher keine leichte Kinokost!

Foto: Kairos