Schwarzwald, 1953. Elly Seitz hat endlich ihr Ziel erreicht: Sie ist zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Weiler AG, einem holzverarbeitenden, mittelständischen Unternehmen gewählt worden. Viele Jahre hatte sie darauf hingearbeitet, den traditionsreichen Betrieb ihrer Familie zu leiten. Doch das Glück währt nicht lange. Noch während der Ernennungssitzung nimmt Kriminalkommissar Fröbe sie fest. Ein anonymer Anrufer hat Elly beschuldigt, ihren Mann Alfred Brauer im Jahr 1944 ermordet zu haben. Und nicht nur das: Ihr eigener Sohn Hans bestätigt als Zeuge diese Anklage. In einer langen Vernehmung will Fröbe ein Geständnis von Elly erzwingen und Licht ins Dunkel der vergangenen Geschehnisse bringen. Dabei treiben ihn offensichtlich auch persönliche Motive an. Während seiner bohrenden Befragung blickt Elly zurück auf ihr bisheriges Leben, das geprägt ist von einer großen Liebe, schrecklichen Verlusten, dem Kampf für das Unternehmen und der Anerkennung in ihrer Familie ...

Der Historien-Zweiteiler, von Marcus O. Rosenmüller nach dem Drehbuch von Annette Hess ("Weißensee") inszeniert, basiert auf Motiven des Familienromans "Die Holzbarone" des deutschen Unternehmers und Verlegers Casimir Katz (1925-2008). Rosenmüller, der mit Hess schon für die Charlotte-Link-Verfilmung "Das Echo der Schuld" zusammenarbeitete, setzte hier erneut auf das Spiel von Christine Neubauer, die unter Rosenmüller schon in dem Historienfilm "Gottes mächtige Dienerin" agierte. Zwar ist der Zweiteiler prominent besetzt, doch gerade die Doppelbesetzung der Hauptrolle (gut: Henriette Confurius als junge Elly Seitz) sowie der lange Erzählzeitraum von mehreren Jahrzehnten schmälern das Sehvergnügen. Und mit dem Wechsel zu Neubauer wird's mal wieder höchst melodramatisch-holzschnittartig und damit wenig glaubwürdig.

Foto: ZDF/Toni Muhr