Nach einer globalen Verseuchung leben im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert die scheinbar wenigen Überlebenden in abgeschotteten Wohntürmen. Ihr großes Ziel: in einem Lotterieverfahren endlich für "Die Insel", jenen verheißungsvollen, paradiesischen Ort, ausgewählt zu werden. Doch Lincoln Six-Echo plagen Zweifel an der Richtigkeit der von oben diktierten Lebensweise. Als er schließlich in Erfahrung bringt, dass die für die Insel Auserwählte getötet werden, geht er der Sache auf den Grund. So entdeckt er, dass ihr Leben eine große Lüge ist und alle Menschen im Hochsicherheitstrakt Klone sind, die als lebende Organbanken für reiche Auftraggeber herhalten sollen. Gemeinsam mit der schönen Jordan Two-Delta wagt Lincoln die Flucht ...

Vielleicht lag es daran, dass Regisseur Michael Bay erstmals nicht mit Top-Produzent Jerry Bruckheimer zusammengearbeitet hat. Denn der eher für tumbe Action bekannte Bay ("Bad Boys - Harte Jungs", "The Rock - Fels der Entscheidung", "Armageddon - Das jüngste Gericht", "Pearl Harbor" und "Bad Boys 2") hat hier einen intelligenten Sciencefiction-Thriller gedreht, der an Werke wie Michael Crichtons "Coma" und Michael Andersons "Flucht ins 23. Jahrhundert" erinnert. Auch wenn in der zweiten Hälfte weniger gut inszenierte Action die Überhand gewinnt, verliert der Film nicht an Spannung. Viele gute Ideen, starke Darsteller und der Verzicht auf unnötige Komik oder übertriebenes Pathos wie bei anderen Bay-Werken sorgen für packende Unterhaltung. In einer Nebenrolle als Starkweather, der von allen beneidet wird, weil er auf die Insel reisen darf, ist Michael Clarke Duncan ("The Green Mile") zu sehen, der am 3. September 2012 im Alter von nur 54 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts starb.



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