Die Berliner Germanistik-Studentin Sita lässt sich auf eine Liaison mit dem israelischen Fotokünstler Jocquin ein. Die Feier des 95. Geburtstags ihres Großvaters führt sie bald nach Wien. Dort trifft sie auch auf ihren Vater, der hier mit neuer Familie lebt. Als Sita ein Foto des Großvaters in SS-Uniform entdeckt, stößt sie mit ihren Fragen innerhalb der Familie auf eine Mauer des Schweigens und erhält bestenfalls nur ausweichende Antworten. Sie geht den Spuren nach und forscht in der Vergangenheit der eigenen Familie. Im jüdischen Museum von Warschau erhofft sie sich Antworten ...

Und wieder ein Film, der sich mit der Nazi-Vergangenheit in der eigenen Familie beschäftigt. Doch leider überwiegt bei dieser öden Inszenierung die bleierne Schwere. Zudem bleiben mehr Fragen offen (wie etwa finanziert die Studentin ihre doch nicht unerheblichen Reisekosten?) als tatsächlich beantwortet werden. Zweifellos gäbe es in vielen Familien noch einiges aufzuarbeiten, hier fehlte es der Regisseurin und Autorin Barbara Albert {"Nordrand", "Fallen") möglicherweise an der nötigen Distanz. Denn für ihr Werk ließ sie sich von autobiografischen Begebenheiten leiten. So bleibt die Hauptfigur für den Betrachter recht nebulös, lassen sich viele Aktionen und Taten kaum nachvollziehen, bewegt sich das Geschehen doch viel zu ungenau auf düsteren Pfaden (warum etwa die polnischen Aktivisten?). Zudem ist das Ergebnis ihrer Recherchen eigentlich überflüssig – wie letztlich auch der Film!



Foto: RealFiction