Auf einem Liner "Virginian" wird ein Neugeborener hinterlassen. Der Maschinist, der das Kind gefunden hat, zieht den Jungen groß. Nach seinem Geburtsjahr einfach nur 1900 genannt, verlässt er das Schiff nie, entdeckt aber als 8-Jähriger sein Talent zum Klavierspiel. Als Erwachsener unterhält er mit seinem brillanten Spiel die mondäne erste Klasse wie die lebenslustige dritte Klasse. Hauptsache, er kann spielen. Jahre später soll die "Virginian" gesprengt werden. Nur ein alter Freund, der Trompeter Max, weiß, dass 1900 noch an Bord ist ...

Tornatore schuf ein modernes Märchen, an dem fast alles stimmt: Dekor, Musik - Morricone war schon lange nicht mehr so gut wie hier - und Schauspielensemble. Außerdem beweist der Film ein unglaubliches Gespür für die Seele der Musik. Ein Manko: Die Szene, in der sich 1900 einem Klavierwettstreit mit der Chicagoer Jazz-Legende Jelly Roll Morton liefert. Denn Morton wird hier als eitler Fatzke mit clownigem Gockelgehabe präsentiert.  

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