1974 erblickte Pierfrancesco Diliberto als Sohn eines Regisseurs in Palermo das Licht der Welt - einer Welt, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts in der Hand der Mafia ist. Diese war das Thema bei seiner ersten Anstellung als Regieassistent: Der Film "100 Schritte" wurde im Jahr 2000 beim Filmfestival von Venedig prämiert.

Politische Ernsthaftigkeit spielte auch in Dilibertos weiterem Berufsleben immer eine Rolle, auch wenn er inzwischen bei MTV Italia oder an einer eigenen Soap-Oper arbeitete. Kein Wunder, dass er 2013, bei seinem Debüt als Spielfilmregisseur, Humor und Ernsthaftigkeit geschickt unter einen Hut brachte.

Die Cosa Nostra mit Kinderaugen

Mit zwei Jahren Verspätung ist "Die Mafia mordet nur im Sommer" nun auch in den deutschen Kinos zu sehen. Das Werk erzählt die Geschichte von Arturo (Alex Bisconti), der wie der Regisseur selbst in den 70ern auf Sizilien geboren wurde. Sein Leben dreht sich um die Liebe zu Flora (Ginevra Antona) und die ständige Angst, dass das Organisierte Verbrechen seine Heimat beherrscht. Eines Tages stellt sich heraus, dass er mit seinen Befürchtungen recht hat.

Nicht nur eingefleischten Fans des europäischen Kinos ist diese schwarze Komödie wärmstens ans Herz gelegt. Denn die cineastische Umsetzung ist absolut gelungen, was neben einer Reihe italienischer Filmpreise auch der "Europäische Filmpreis" als "Beste Komödie" belegte. Und darüber hinaus bezeichnete der ehemalige Antimafia-Staatsanwalt Pietro Grasso das Werk als besten Film über die sizilianische Mafia überhaupt.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Die Mafia mordet nur im Sommer":