Ein weißer Anwalt versucht vergeblich den Kahlschlag an indianischen Wäldern gerichtlich zu verhindern. Ein Großunternehmer holzt nun weiterhin - unter Zuhilfenahme der Polizei - Hektar um Hektar ab. "Hört auf Zeitung zu lesen, dann höre ich auf Wälde abzuholzen", lautet seine eher lapidare Erklärung für die Vergewaltigung der Natur, die den Indianern jegliche Lebensgrundlage entzieht. Deshalb bringt ein mysteriöser Indianer den Unternehmer und den Anwalt in seine Gewalt. Mit seinen Gefangenen unternimmt der Indianer eine Fahrt über die Seen zu heiligen Stätten. Dabei begegnet er den Weißen mit großer Wut und Brutalität ...



Endlich ein Film, der mit verklärten Nostalgievorstellungen über Indianer bricht und mit zum Teil blutigen Bildern (z. B. beginnt der Indianer mit der Häutung des Beines eines Opfers) einen Einblick in Denkweise und Spiritualität des Roten Mannes gewährt. Der "edle Wilde" wird eher in dem Kontext eines oft brutalen Überlebenskampfes gezeigt, in dem zivilisatorisch-humanistische Ansichten deplaziert sind. Doch die im Film gezeigten Grausamkeiten an Menschen sind - zwar nicht für weiße Gemüter - eher harmlos im Vergleich zum Mißbrauch der Natur. "In euren Augen bin nur ich es, der Gewalt anwendet." Die Frage, welches die brutalere Szene ist, die der Häutung oder die der alles niederwalzenden Bulldozer, mag sich für Weiße möglicherweise erst gar nicht stellen. Versuchte "Pow Wow Highway" auf eher humorvolle Weise, die Situation der Indianer zu verdeutlichen, so zeigt "Clearcut" dies am Beispiel der übermäßigen Gewalt. Ein gewalt- und gehaltvoller Film, der es an der Kinokasse vermutlich nicht leicht hatte, auch wenn mit Graham Greene und Floyd Westerman gleich zwei freundliche Indianer aus dem Erfolgsepos "Der mit dem Wolf tanzt" zu sehen sind.

Foto: ZDF/Kinowelt