Nazi-Dichter Voss versteht die Niederlage des "braunen" Deutschlands als persönliche Demütigung und will seine antidemokratischen Ressentiments nun mittels Erziehungsterror seinem Sohn Bertram weiterreichen. Als Bertram die Universität verlässt, findet sein Hass auf den Vater in den sich radikalisierenden Studentenzirkeln eine politische Stoßrichtung, die den grundsätzlichen Widerstand gegen die "Generation der Väter" auf die Straße trägt. Bertram wird in diesen turbulenten Jahren selbst Vater. Sein Sohn wächst in einer chaotischen Wohngemeinschaft auf, immer mehr vernachlässigt von der Mutter, deren politisches Engagement zusehends extremere Formen annimmt. Als Bertram bewusst wird, dass die Gruppe, der er sich angeschlossen hat, vor einer Eskalation der Gewalt nicht zurückschreckt, setzt er sich ab - obwohl er sich damit für seine früheren Gefährten zum Verräter stempelt ...

Der Schweizer Regisseur Markus Imhoof ("Flammen im Paradies") inszenierte dieses Drama nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Bernward Vesper (1938-1971), dem Sohn des berühmten Nazi-Dichters Will Vesper und späteren Lebensgefährten von Gudrun Ensslin. Während die Rahmenhandlung des Films von der Flucht des Protagonisten aus der Terroristenszene der 1970er Jahre erzählt, wird in Rückblenden beleuchtet, wie dieser aus Opposition zu seinem Vater überhaupt in diese Szene geraten konnte.

Foto: ZDF/SF/Markus Imhoof