1926, ein Dorf in der tiefsten französischen Provinz: Der katholische Dorfpriester Donissan versucht, nach mittelalterlichem Vorbild das Leben eines Heiligen zu führen: Er fastet, trägt Bußgewänder unter seinem Talar und geißelt sich. Bei einer Begegnung mit Satan verleiht dieser ihm eine verhängnisvolle Gabe ...

Der französische Altmeister Maurice Pialat verfilmte hier den 1926 erschienenen Debütroman von Georges Bernanos (1888-1948), der als einer der führenden Vertreter des neuen theologischen Romans gilt. Allerdings macht Pialat aus der Geschichte ein schwer zugängliches Werk, das bei Publikum wie Kritik bis heute äußerst umstritten ist. So kam es bei der Entgegennahme der Goldenen Palme der 40. Internationalen Filmfestspiele in Cannes zu einem der größten Skandale der Filmgeschichte. Da sich Pialat von den gemischten Reaktionen des Publikums zur Preisvergabe der Jury gestört fühlte, schrie er mit der Faust in der Luft: "Wenn Ihr mich nicht mögt, kann ich Euch sagen, ich mag Euch auch nicht!" Pialat arbeitete hier nach "Der Loulou" und "Der Bulle von Paris" einmal mehr mit Gérard Depardieu zusammen, der als Donissan einen äußerst kraftvollen Auftritt gibt. An seiner Seite überzeugt Sandrine Bonnaire als jugendliche Mörderin, die seit ihrem ersten großen Auftritt in Pialats "Auf das, was wir lieben" zur ersten Riege der französischen Charakterdarstellerinnen zählt. Pialat selbst gibt hier den Dekan Menou-Segrais.

Foto: Gaumont/France 2/Flach Films