Paris, 1938. Vera von Schalburg, eine junge Deutsche mit russischen, dänischen und polnischen Wurzeln ist eine ganz besondere Frau: Sie spricht mehrere Sprachen fließend, verfügt über ein fotografisches Gedächtnis, Intelligenz, ist geistesgegenwärtig und abgebrüht. Außer ihrem kleinen Sohn Christian hat sie niemanden auf der Welt. Um Christian und sich selbst über Wasser zu halten, arbeitet sie als Prostituierte in einem eleganten Bordell. Doch dann bekommt sie ein ungewöhnliches Angebot: Der deutsche Abwehroffizier Hilmar Diercks , ein ebenso faszinierender wie undurchsichtiger Mann, erkennt Veras außergewöhnliche Qualitäten und wirbt sie als Spionin für die deutsche Abwehr an ...

Regisseur Miguel Alexandre hat schon oft gezeigt, dass er ein Händchen für die Inszenierung historischer Stoffe besitzt, man denke nur an "Störtebeker", "Kinder des Sturms" oder zuletzt den mehrfach ausgezeichneten Zweiteiler "Der Mann mit dem Fagott" nach der Lebensgeschichte von Udo Jürgens. Hier setzte er mit entsprechendem Zeitkolorit eine weitestgehend unbekannte Geschichte nach einem Drehbuch von Annette Hess ("Weißensee") in Szene. Ihre Schilderungen basieren auf wahren Begebenheiten und erzählen vom Leben der deutschen Spionin Vera von Schalburg, die im Zweiten Weltkrieg für die Deutsche Abwehr spionierte, 1940 in England enttarnt wurde und 1945 nach ihrer Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft wie vom Erdboden verschwand. In der Hauptrolle ziegt Valerie Niehaus eine überzeugende darstellerische Leistung, die die manchmal etwas steife und kammerspielartige Inszenierung zu überdecken weiß. Regisseur Alexandre drehte zuvor nach dem Drehbuch von Hess schon das Geschichtsdrama "Die Frau vom Checkpoint Charlie".

Foto: ARD/Degeto/ATF/Reiner Bajo