1935, Turin. Die beiden niederländischen Schwestern Alexandra und Judith Leschan arbeiten hart als Tellerwäscherin und Garderobenfrau in dem Luxusrestaurant "Lagrange" und können von einer Karriere im Varieté nur träumen. Für ein Vortanzen müssen die beiden ihren Job aufgeben, doch der Kleinkünstler Gennaro Fiore engagiert die jungen Frauen für sein mittelmäßiges Ensemble. Gemeinsam mit ihrer Schwester Kitty reist die Mutter, ehemalige Operettensängerin und von ihrem Mann früh verlassen, aus Holland an, um bei einem Auftritt ihr Töchter dabei zu sein. Nach der Aufführung lädt Fiore seine beiden Tänzerinnen und ihren Besuch ins "Lagrange" ein und veranlasst Alexandra, Judith und auch Kitty zu einer spontanen und improvisierten Gesangseinlage vor den Gästen des Lokals. Als der Impresario Canapone von ihren Stimmtalenten erfährt, findet er in den drei Schwestern die italienische Antwort auf die "Boswell Sisters", die in den USA mit ihrem Swing auf Erfolgstour sind. Canapone will auch Alexandra, Judith und Kitty ganz nach oben bringen. Und tatsächlich: Mit ihren A-cappella-Harmonien setzen sich die drei "Swingmädchen" in kurzer Zeit als populärste Sängerinnen der Mussolini-Ära durch ...

Nach der wahren Geschichte der niederländischen Schwestern Leschan, die in Italien zwischen 1935 und 1943 als Trio Lescano rauschende Triumphe feierte, drehte der italienische Regisseur Gustav Maurizio Zaccaro ("Die Jungen von der Paulstraße") diese Hommage an ein fast vergessene Zeit. Da die Mutter der drei Sängerinnen jüdischer Abstammung waren, wurden die drei jungen Frauen nach 1943 zunächst Verfolgten und inhaftiert. Nach dem Ende der Mussolin-Ära feierten sie zwar noch ein Comeback in Argentien, doch an ihre früheren Erfolge konnten sie nicht mehr anknüpfen und lösten sich schließlich 1953 auf. Im stimmigem Zeitkolorit von Kameramann Fabio Olmi ("Der Medici-Krieger") in ansprechenden Bildern eingefangen, gewann "Die Swingmädchen" 2011 die Goldene Nymphe auf dem 51. Fernsehfestival in Monte-Carlo und die Goldene Magnolia für die beste Regiearbeit auf dem 17. Television Festival in Shanghai. In den Hauptrollen der Swingmädchen zeigen die beiden Niederländerinnen Lotte Verbeek ("Nothing Personal") und Luise Schaap sowie die Ungarin Andrea Osvárt ("Spy Game - Der finale Countdown"), dass sie nicht nur schauspielern, sondern auch singen und tanzen können.

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