In der westsudanesischen Unruheregion Darfur kämpfen seit 2003 Rebellenorganisationen gegen regierungsfreundliche arabische Reitermilizen und sudanesische Streitkräfte. Dabei kamen laut Schätzungen der UN bis zu 300000 meist unbeteiligte Menschen durch Gewalt, Hungersnöte und Krankheiten ums Leben. Mehr als 2,2 Millionen Menschen mussten aus ihren Häusern flüchten. 2004 reiste der damalige Hauptmann der US-Marineinfanterie, Brian Seidle, als militärischer Beobachter der Afrikanischen Union in jene Teilen des Landes, in die kein Journalist hineingelassen wurde. Auf ihn wurde geschossen, er wurde als Geisel genommen und musste erkennen, dass er gegen den systematisch betriebenen Massenmord nichts ausrichten kann. Seidle quittierte den Dienst, reiste zurück in die USA und veröffentlichte dort über 1000 exklusive und erschütternde Fotografien, die belegen sollen, dass die arabischstämmige sudanesische Regierung anscheinend alles daransetzt, die eigenen schwarzafrikanischen Staatsbürger zu eliminieren...



Ricki Stern und Anne Sundberg dokumentieren in ihrer vielfach ausgezeichneten Regiearbeit die anfangs tabuisierten Grausamkeiten in Darfur. Im Mittelpunkt ihres Films, der in drei Teile gegliedert ist, steht Brian Seidle, der im ersten Teil vorgestellt wird. Im zweiten Teil begleiten die Filmemacher ihren Protagonisten in die Flüchtlingslager im Tschad, wo die Überlebenden jeden Tag ums Überleben kämofen. Im dritten und letzten Tel werden die oft hilflos wirkenden Versuche Seidles dokumentiert, die Weltöffentlichkeit dazu zu bewegen, dem Völkermord in Darfur Einhalt zu gebieten. Stern und Sundberg lassen aber auch Experten zu Wort kommen wie den New York Times-Journalisten Nicholas Kristof, John Prendergast von der International Crisis Group, die Schriftstellerin Samantha Power, den Hauptankläger Luis Ocampo vom Internationalen Strafgerichtshof sowie den Nobelpreisträger Elie Wiesel.

Foto: Polyband