Nachwuchskünstlerin Josefine verlässt nach dem überraschenden Tod ihrer Mutter überstürzt München und zieht in eine alte, verlassene Molkerei auf dem Land. Sie flieht damit auch vor ihrem Freund Simon, der sich entgegen seiner Beteuerungen noch immer nicht von seiner Frau getrennt hat. Und Josefine möchte endlich herausfinden, wer ihr Vater war. Ihre Mutter hatte das Dorf mit Beginn ihrer Schwangerschaft verlassen und Josefine allein in der Stadt großgezogen. In Willy Kamrad findet sie bald einen hilfreichen Nachbarn. Doch der hat ein finsteres Geheimnis ...

Dank der guten Darsteller gelang Regisseur Hans Horn ein spannender und atmosphärisch dichter Thriller, der immer wieder mit überraschenden Wendungen aufzuwarten versteht. Zwar wirkt die auch als "Polizeiruf 110 - Die verlorene Tochter"-Ermittlerin bekannte Maria Simon, die zuvor in dem Dorfkrimi "Herzversagen" überzeugte, in der Rolle der angehenden Künstlerin manchmal ein wenig naiv, doch dafür entschädigt das facettenreiche Spiel von Franz Xaver Kroetz ("Andreas Hofer", "Polizeiruf 110 - Die Lücke, die der Teufel lässt"). Er gibt den kauzigen Nachbarn mit einer solchen Leidenschaft, dass dem Zuschauer Angst und Bange werden kann. Klasse sind auch die Bilder von Kameramann Torsten Breuer ("Polizeiruf 110 - Die Gurkenkönigin", "Napola - Elite für den Führer").

Foto: ZDF/Christian Hartmann