Frédérique ist Krankenschwester in einem Schweizer Örtchen nahe der französischen Grenze. Von allen nur Fred genannt, ist die junge Frau mit sich selbst im Unreinen, zornig auf Gott und die Welt, schon lange plagen sie Selbstmordgedanken. Als sie sich eines Tages im Wald mit einem Gewehr erschiessen will, wird die Zeugin der Auseinandersetzung zwischen zwei Schülern. Anstatt ihren Plan umzusetzen, schießt sie einem der beiden ins Knie. Dummerweise wird Marco, so der Name des Opfers, auf ihre Station eingeliefert - ohne zu ahnen, dass seine Krankenschwester die Schützin war...

Die Schweizer Regisseurin und Autorin Jeanne Waltz zeigt in ihrem Drama die famos aufspielende Isild Le Besco ("Sade", "Marie und Freud", "Hier und jetzt") in der Rolle einer jungen Frau, die an ihrer Umwelt und ihrer Vergangenheit zu zerbrechen droht. Erst als sie dem ähnlich schwierigen Schüler Marco, hervorragend verkörpert von Steven de Almeida in seiner ersten großen Filmrolle, begegnet, scheint sich ihr Leben zu wenden. Filmemacherin Waltz stellt ihre Protagonistin in die Tradition zielloser und leicht gestörter Frauen-Charaktere wie Elodie Bouchez in Yolande Zauberman Gesellschaftsporträt "Lola im Technoland" oder auch Sandrine Bonnaire in Agnès Vardas Drama "Vogelfrei". Von der 1982 in Paris geborenen Le Besco haben wir sicher noch einiges zu erwarten!



Foto: Freunde d. dt. Kinemathek