Giovanni ist Fabrikarbeiter in der Lombardei. Eines Tages nimmt er eine Stellung in Sizilien an, weil ihm dort die Ausbildung zum Facharbeiter geboten wird. Kurz vor der Abreise hat er noch eine Auseinandersetzung mit seiner Braut Liliana. Beide erkennen, dass ihre Beziehung in den langen Jahren zur Gewohnheit geworden ist. Giovanni glaubt, dass sein Abschied ein endgültiger Schritt ist, der ihn von seinen bisherigen Lebensgewohnheiten und auch von Liliana trennen wird. In Sizilien muss sich der Zugewanderte an völlig neue Lebensbedingungen gewöhnen, und bald leidet er unter der Einsamkeit. Immer häufiger denkt er an Liliana. Die beiden Verlobten beginnen, einander die ersten Postkarten zu schreiben. Bald werden Briefe daraus, in denen sie sich an die Vergangenheit erinnern, Fehler einsehen und von den Möglichkeiten der Zukunft träumen...

Weit über die persönliche Geschichte hinaus erzählt der ebenso poetische wie dokumentarisch-genaue Film vom italienischen Alltag dieser Jahre. Regisseur Ermanno Olmi ("Die Legende vom heiligen Trinker") stammt aus einer Arbeiterfamilie. Mit 15 Jahren musste er die Schule verlassen und einen Job in der Industrie annehmen. Als bekannt wurde, dass er sich für Theater und Film interessierte, durfte er für seine Arbeitgeber einige Dokumentarfilme drehen. So lernte er sein Handwerk durch Industriefilme kennen.