Der Berliner Szene-Journalist Paul Jensen steckt in einer Beziehungs- und Lebenskrise. Deshalb ist er begeistert, als er das Angebot bekommt, in Moskau einen Job beim russischen Boulevard-Magazin seines Mentors Alexej Onjegin anzutreten. Erfolgreich verhilft er dem Magazin durch seine Texte rund um Klatsch und Tratsch der russischen Promis zu fulminantem Glanz. Doch als er zufällig auf die schöne Katja trifft und sich Hals über Kopf in sie verliebt, verändert sich sein Leben schlagartig. Sie überredet ihn, einen Nachruf auf einen politisch motivierten Widerstandskämpfer zu veröffentlichen. Das führt zu sich überschlagenden Ereignissen: Katja wird Opfer eines Bombenanschlags und Jensen wird unter Terrorismus-Verdacht verhaftet …

Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel verarbeitet in seinem Actionthriller die Terror- und Bombenanschläge, die in den vergangenen Jahren für Tod und Entsetzen in Russland sorgten. In den deutschen Nachrichten wurde mehrfach über die verheerenden Situationen und Vorkommnisse in verschiedenen Landesteilen und Städten berichtet, wie etwa die Sprengstoffanschläge auf verschiedene Wohnhäuser im Jahr 1999 oder die Bombenattentate auf die Moskauer U-Bahn 2010. "Die Vierte Macht" mixt dieses Thema mit der fiktiven Lebensgeschichte eines desillusionierten Journalisten – von Moritz Bleibtreu überzeugend verkörpert –, der an den Geschehnissen zu verzweifeln droht. Die kontemporäre Grundidee des Films lässt in der Umsetzung allerdings zu wünschen übrig. Katja hat wie durch ein Wunder überlebt und Gansel verwandelt die Geschichte mit durchaus spannendem politischem Hintergrund viel zu sehr in ein actionlastiges Abenteuer. Durch die vielen Zufälle, die sich im Verlauf häufen, wirkt die Handlung am Ende schlicht unreali­stisch. Weniger Nebenplots wären in diesem Fall tatsächlich mehr gewesen.



Text: Verena Sabrina Ulbrich

Foto: UFA Cinema