Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst kehrt der junge Amerikaner Hazel Motes in seine Heimat in den Südstaaten zurück. Aber was einmal sein Zuhause war, ist mittlerweile ein entvölkertes Dorf, dessen Bewohner es in die großen Städte gezogen hat. Daraufhin beschließt auch Hazel, in der nächstbesten Stadt nach einer neuen Aufgabe zu suchen. Doch was ihm dort an Begegnungen widerfährt, ist für den jungen Heimkehrer, dessen psychische Verfassung ohnehin angeschlagen ist, alles andere als förderlich. Vor allem sträubt er sich gegen die überall auf ihn einwirkende Scharlatanerie der Heilsprediger und ihre Vermarktung des Glaubens - um so heftiger, je empfänglicher er darauf reagiert. Mehr noch, wegen seines teils verschlossenen, teils befremdlich suggestiven Verhaltens hält man ihn selbst für einen Prediger. Das fordert Hazel Motes schließlich zu einem blasphemischen Gegenschlag heraus: Er wird Laienprediger für eine Kirche ohne Christus, ohne Sünde und damit auch ohne Erlösung. Dass die Menge ihm nicht zuhört, stachelt ihn nur noch weiter an, und nach und nach entwickelt sich Hazel, der widersprüchliche Zyniker, zum bedingungslosen Fanatiker. Er heftet sich eng an seine Konkurrenz, den Prediger Asa Hawks, der sich angeblich selbst geblendet hat, und gerät an dessen mystisch-frivole Tochter Sabbath Lily ...

Nach dem 1952 erschienenen Roman "Wise Blood" der US-Schriftstellerin Flannery O’Connor (1925-1964) drehte Altmeister John Huston diesen deftigen Mix aus Charakterstudie, Tragödie, Satire und Groteske mit dem bestens aufgelegten Brad Dourif in der Rolle des idealistischen Hazel Motes. Wie Dourif hier seine Mimik und Gestik einsetzt, um immer wieder die Sprachlosigkeit seines Protagonisten zu überwinden, ist beste Schauspielkunst. Auch in den Nebenrollen prächtig besetzt, spart Huston nicht mit der plakativen Darstellung der menschlichen Rücksichts- und Skrupellosigkeit und zeigt das für Amerika so typische Phänomen falscher, lediglich auf eigenen Vorteil bedachter Heilsprediger - bis zum bitteren Ende!

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