Der Widerstand der Weißen Rose wird häufig nur mit den Geschwistern Scholl gleichgesetzt, doch waren Menschen in ganz Deutschland aktiv. Gegen Eroberungs-und Vernichtungskrieg, gegen den Hagel der Nazipropaganda verteilten sie sechs Flugblätter, verfasst von Hans Scholl, Alexander Schmorell und Professor Kurt Huber. Die Weiße Rose - das war ein Freundeskreis von zumeist jungen Menschen aus der bürgerlichen Gesellschaft, die sich erhoben und das Unrecht in ihren Flugblättern laut anprangerten, Flugblätter, die zum sofortigen Ende des Krieges aufriefen und zum Sturz des Regimes. Die Aufrufe wurden als Schwerverbrechen gewertet, die führenden Mitglieder, die Verfasser der Flugblätter und ihre engsten Helfer Sophie Scholl, Willi Graf und Christoph Probst wurden 1943 zum Tod verurteilt.

Fünf dieser Akteure, die im Zweiten Weiße Rose Prozess des Volksgerichtshofs angeklagt waren, erlebt der Zuschauer in diesem Dokumentarfilm von Katrin Seybold. Es sind die Geschwister Hans Hirzel und Susanne Zeller-Hirzel, es sind Franz J. Müller, Heiner Guter und die Freundin von Hans Scholl, Traute Lafrenz-Page. Diese Widerstandskämpfer haben noch Zeugnis abgelegt über das mutige Verhalten der Ermordeten, ihr Auftreten vor Gericht, über die Wesenszüge der Toten, und besonders über ihre eigenen Motive, "Nein" zu sagen. Sie sprechen offen über ihre Gefühle, ihre Ängste und Taten und sie stellen den zum Teil falschen Gestapoprotokollen, den verlogenen Rechtfertigungen der Nachkriegszeit, die wohlbehalten in den Archiven liegen, ihre Sicht der Dinge entgegen.

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